Die Zentrale für Texte

Kategorie

Zusatzseiten


Gratis bloggen bei
myblog.de



Neulich-Kolumne

S-Bahn-Kontrolleure

 

Neulich bin ich mit der S-Bahn gefahren und habe erkannt wie man schnell erkennen kann, ob ein Kontrolleur im Zug ist.

Wenn ein Mann, um die 45 mit einer abwetzten Weste und einer verwaschenen Jeans, missmutig im Erster Klasse Abteil sitzt, dann ist das ein Kontrolleur. Denn normalerweise würde da kein Mann um die 45 mit einer abgewetzten Weste und einer verwaschenen Jeans, missmutig sitzen.

So machen die Kontrolleure es den Schwarzfahrern sogar noch leicht. Die Kontrolleurinnen machen es einem auch leicht, denn die sehen aus wie „Kampflesben“, also Jeansweste und enge Lederhose und kurzgeschnittene Haare. Es kann aber auch sein, dass es nur eine Kampflesbe ist, wenn so etwas in der Bahn sitzt.


1 Kommentar 28.11.06 20:02, kommentieren

„Ausstieg in Fahrtrichtung links/rechts“

Neulich bin ich mal wieder S-Bahn gefahren und zwar nach Stuttgart. Da ist mir was aufgefallen und zwar, dass bei der Ansage „Nächster Halt – XYZ“ jetzt auch noch immer ein „Ausstieg in Fahrtrichtung links/rechts“ nachgeschoben wird. Sieht man dass nicht in welche Richtung man aussteigen soll?

Das nervt. Ist man als halbwegs vernünftiger Mensch nicht in der Lage dass  zu begreifen? Okay, ich kann verstehen, dass man das bei den Haltestellen macht, wo viele Ausländer einsteigen/aussteigen (also Richtung/am Flughafen oder am Bahnhof) und die dann nicht durcheinander kommen, aber auch denen müsste klar sein, dass man nicht auf einem Gleis aussteigen sollte. Ich habe auch Verständnis für die Durchsagen, wenn sich Bauarbeiten oder Störungen die Seite ändert.

Ich kann mir denken was da passiert war. Ein Kulturwissenschafts- und Jura-Student im 17. Semester war auf dem Hinweg nach Japan um ein Auslandssemester zu machen und wollte in Rohr (die Haltestelle von der Mann auf der S1 von Herrenberg nach Plochingen zum Flughafen umsteigen muss) aussteigen. Er wusste aber durch seinen hohen Gras-Konsum nicht mehr auf welcher Seite er aussteigen sollte und hat 3 Sekunden lang vergeblich vor der verschlossenen Türe verbracht und dann ist er zu spät zu seinem Anschlusszug zum Flughafen gekommen und hat den Flug nach Japan verpasst.

Daraufhin hat er den Verkehrsbetrieb verklagt auf Schadensersatz, denn er hätte ja ein Praktikum in einer Tokioer Anwaltskanzlei gemacht, wäre er nicht zu spät nach Japan gekommen und in Tokio – das weiß ja jeder – kann man als Europäer schnell mal zum Star-Juristen werden. Nur eben nicht, wenn man 3 Sekunden vor einer geschlossenen Tür steht und versucht diese zu öffnen.

Um diesen Schadensersatzforderungen zu entgehen, hängen die Verkehrsbetriebe mittlerweile „Ausstieg in Fahrtrichtung links/rechts“ an.

20.11.06 15:29, kommentieren

Es gibt sie noch, die anständigen Leute

Neulich war ich für die Lokalzeitung, für die ich arbeite in einem Teilort einer Gemeinde bei den Kleintierzüchtern. Es war Sonntagmorgen und ich hatte eigentlich keine Lust dahinzugehen. Also ging früh dahin um es hinter mir zu haben.

Als ich ankam begrüßte ich die Frau, die mir gegenüberstand mit meinem Standardsatz: "Guten Tag, mein Name ist Daniel Faust, mich schickt der "Frauentaler Anzeiger", wo finde ich denn den Veranstalter oder Ansprechpartner?".

Die Frau, die mir gegenüberstand hatte eine Frisur wie in den 70ern. Wahrscheinlich hatte sie sie noch aus den 70ern. Man fand den Vorstand nicht, denn nur der Vorstand musste mit mir sprechen, was für eine Ehre. Fragt sich nur für wen?

Der Vorstand war noch in der Kirche. Jetzt erst fiel mir auf, dass noch sehr wenig los war. Die Frau lieferte mir die Begründung: "Bei uns füllt sich das immer erst nach der Kirche". Diesen Satz ist man gewohnt. Den kann man noch verstehen, der ist noch mit etwas Ironie behaftet. Auch der nächste Satz von ihr war noch im Rahmen des Möglichen im Schwabenland "Hier gibt es noch anständige Leute", kann man mit einer gewissen Selbstironie begründen und ich dachte das diese 2 Sätze ein wenig witzig gemeint worden sind. Waren sie aber nicht. Das musste ich beim nächsten Satz feststellen. "Nicht so wie in Janpingen (das ist jetzt ein erfundener Ortsname, der Nachbarort)". Ich lachte, denn ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Sie lachte nicht. Das war eine völlig ernste Aussage. Parallelgesellschaft. 30 Sekunden später kam eine etwa 29 Jahre alte Frau zur Tür herein, die aber schon wie 30 aussah. In der Hand führte sie einen Kinderwagen mit einem Kind drin. Sie wurde von der Parallelwelt-Frau freundlich begrüßt. Und dann sah ich, dass auch die andere Frau zu den anständigen Leuten gehört, denn sie hat sich wohl sehr intensiv mit einem Schwarzen beschäftigt und daraus wurde dann das Kind geboren, dass im Kinderwagen saß. Die Frau hat bestimmt viel für die Völkerverständigung getan und ist Teil der anständigen Leute.

1 Kommentar 16.11.06 12:32, kommentieren

Rechtschreibfehler und Marketing

Neulich saß ich in einem Internetcafe. Dort stand an der Theke. "Wir danken für ihr Besuch". Das Café wird von einem Türken betrieben und es sieht so aus, als wäre er der Sprache nicht mächtig. Auf seiner Preisliste für Getränke und Snacks bietet er "Ernüsse" an. Das ist bestimmt keine euphemistische Beschreibung für "Hoden" oder ähnliches oder gibt es sogar Nüsse, die man nur als Mann essen darf? Es sollen wohl "Erdnüsse" sein.

Das Ausländer, die einen Laden betreiben (sei es ein Internetcafé oder eine Pizzeria) und Fehler in der deutschen Sprache machen, war früher normal weil sie es nicht konnten. Aber die "dritte Generation", also die Kinder  der Kinder der ersten Einwanderer - ungefähr so alt wie ich - waren doch auf deutschen Schulen und haben doch ein Umfeld, dass sie auf die Fehler hinweisen könnte. Sie lassen die Fehler. Warum? Ich habe da eine Theorie. Sie machen die Fehler extra um als "sympathisch", "nett" oder als "integrationswillig" zu gelten und somit deutsche Kunden anzulocken. Und sie haben damit Erfolg, jedenfalls bei mir. Ich esse nur gerne da einen Döner, wo an der Theke am Eingang steht: "Unseres Döner ist aus huhndert Prozent Puttenfleisch". Da bezahle ich gerne die 3 Euro. Oder bei Pizzaservicen. Neulich sollte ich für eine Party eine Partypizza holen und fuhr zu der Pizzeria hin. Beim Durchlesen der Angebote auf dem Faltblatt (da gibt es bestimmt eine Druckerei irgendwo im Remstal, die lebt nur davon diese Zettel zu drucken) entdeckte ich keine Fehler. "Pizza Magharita" hieß "Pizza Magharita" und sie gaben an mit "frischen Zutaten" zu arbeiten und der Schinken war kein Forderschinken, also ein Schinken, der immer was haben will, sondern "Vorderschinken". Die Bedienung war eine Deutsche. Wahrscheinlich ist sie Frau vom Chef. Ungefähr 40, sieht aber wie 50 aus. Das ist nicht dass was ich mir unter einem Pizzaservice vorstelle. Mir schmeckte die Pizza überhaupt nicht. Ein paar Tage später fiel mir ein Pizzaservicebestellzettel in die Hand auf dem mit "Frisher Zugbereitung" und "ausgesuchten Zuttaten" geworben wurde. Außerdem gab es eine Pizza "Al Funghi" mit "Forderschinken und Pils". Erst dachte ich: "Klasse Service, es gibt zu der Pizza ein Pils und nicht immer diesen eckligen Lambrusco". Doch das war nur ein (gewollter) Rechtschreibfehler. Ich bestellte bei einer schwerhörigen Dame eine Pizza Schinken mit "Forderschinken" aber ohne Pils. Und was soll ich sagen? Die Pizza hat sehr gut geschmeckt. Da wird sich nicht auf korrektes Deutsch konzentriert, sondern auf die "Frishe Zugbereitung mit ausgesuchten Zuttaten".

Diese Markentingstrategie hat sich bestimmt eine renommierte Werbeagentur ausgedacht und verdient damit Millionen.

1 Kommentar 15.11.06 13:54, kommentieren

Doppelmoral bei Müttern

Neulich fuhr ich von unserer Wohnung aus die Straße herunter und kam wie immer wenn ich das tue an meinem Kindergarten vorbei. Da bin ich 2 Jahre selbst hingegangen. Aber um das zu errzählen schreibe ich das natürlich nicht.

Eine Mutter hielt auf der gegenüberliegenden Seite vom Kindergarten (da wo man nicht stehen darf) und wollte mit ihrem Kind in den Kindergarten. Ich war aber etwas zu schnell um einfach mal so anzuhalten (obwohl es eine 30er-Zone war) und fuhr an ihnen vorbei. Sie mussten also warten bis ich vorbeigefahren bin. Im Rückspiegel sah ich dann wie sie laut fluchend (jedenfalls meinte ich es so) "Das hier ist ein Kindergarten und eine 30erZone" von sich gab

Ein paar Minuten später, ich war gerade dabei wieder ins Auto zu steigen (ich hatte vorher was abgegeben), sah ich sie wie sie mit ungefähr 80 Kilometer pro Stunde durch die gleiche 30er-Zone fuhr. Wahrscheinlich musste sie die 5 Sekunden, die sie bei mir verloren hatte, wieder reinholen.

1 Kommentar 15.11.06 12:00, kommentieren

Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung